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Heidelberg 1693:
Der Pfälzische Erbfolgekrieg, mit dem Ludwig XIV.
von Frankreich, der "Sonnenkönig", seine
Erwerbungen sichern will, verwüstet das Land. Die
Haupt- und Residenzstadt des Kurfürsten von der Pfalz,
eines der einflussreichsten Fürsten im Reich, ist
ein einziger rauchender Trümmerhaufen. Nur wenige
Gebäude sind der Zerstörung der Stadt entgangen.
In den Ruinen hausen noch 154 Familien, haben sich notdürftig
eingerichtet und warten. Warten, dass das französische
Verbot, die Stadt wieder aufzubauen, aufgehoben wird, warten
auf den Frieden.

Zerstörung Heidelbergs 1693
Heidelberg 1698:
Nach dem Frieden von Rijswijk, der den Pfälzischen
Erbfolgekrieg beendet, machen sich die ersten Bürger
der Stadt wieder daran, ihre Heimat neu aufzubauen. Sie
haben drei Jahre bis zum nächsten Krieg und 22 Jahre,
bis der Kurfürst die Residenz ins nahe Mannheim verlegt.
Heidelberg 1700:
Kurfürst Johann Wilhelm setzt den Wiederaufbau seiner
Stadt Heidelberg Maßstäbe. Barock soll sie werden,
schön und gerade. Die Stadt entwickelt sich in den
nächsten Jahren zu einer Großbaustelle.

Heidelberg, Bürgerhaus in der Unteren Straße
Heidelberg 1720:
Obwohl die Stadt ihre Residenzfunktion verliert, versinkt
sie nicht in Bedeutungslosigkeit. Der Wiederaufbau der
Stadt bleibt eine Jahrhundertaufgabe.
Heidelberg 2009:
Von den 906 denkmalgeschützten Objekten der Heidelberger
Altstadt stammen 437 aus dem 18. Jahrhundert (das sind
48%). 22 Objekte haben die Zerstörung von 1689 und
1693 überstanden, 265 Objekte stammen aus dem 19.
Jahrhundert. Heidelberg gilt als die "Stadt der Romantik" und
hat doch eines der geschlossensten barocken Stadtbilder
weit und breit. In den Erdgeschossen der Häuser in
der Fußgängerzone wird seit dem 19. Jahrhundert
verändert und umgebaut, was das Zeug hält.
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