Heidelberg - Das Schloss

 


 

Frauenzimmerbau (Königssaal)

Der Frauenzimmerbau wurde im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts unter Kurfürst Ludwig V., vermutlich an der Stelle eines älteren Gebäudes, zwischen Ruprechtsbau /Bibliotheksbau und der ersten Schloßkapelle (später Friedrichsbau) errichtet und enthielt einen großen und repräsentativen Festsaal (Tafelstube). Seinen Namen hat er von den Damen des Hofs, die im 17. Jahrhundert hier ihre Gemächer hatten.

Nachdem das ganze Erdgeschoss vom Festsaal eingenommen wird, kann man annehmen, dass die Obergeschosse allenfalls in Fachwerk und entsprechender Leichtbauweise gehalten waren.

Bestimmendes Kennzeichen des Gebäudes waren die Standerker auf Nord-, West und Südseite, die sowohl die Außenwirkung des Gebäudes und seine Ansicht von der Stadt her erhöhten als auch im Innern einen freien Blick über das Herrchaftsgebiet der Ungebung erlaubten.

 
 


Abbildung aus: Koch/Seitz, Das Heidelberger Schloss


Modell des Schlosses zur Zeit des Kurfürsten Lugwig II. (Erste Hälfte 16. Jahrhundert) mit der durch den Frauenzimmerbau dominierten Nord- (Stadt-) Seite

1689 brannte das Gebäude nieder, nachdem er offenbar schon vorher die Funktion des Repräsentationsraums an den Gläsernen Saalbau abgegeben hatte. Im ehemaligen Festaal arbeiteten dann die Küfer für die Herstellung des Großen Fasses, die dem Bau den Namen Bandhaus gaben. Das Parterre wurde in den 1930er Jahren als Festsaal der Stadt Heidelberg ("Königssaal") wieder eingerichtet. Die Benennung als "Königssaal" ist indessen bereits 1534 belegt.

 

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im Detail:

 
weiter:

Großes Fass

siehe auch:
Zeichung von Johann Ulrich Kraus 1680
Die Führung zur Baugeschichte:
Sog. Bibliotheksbau
Führung im Schlosshof:
Friedrichsbau

zurück:

Schlosshof
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